Die Goblin’s Gold  

Band-History

 

Wirklich nur was für ganz Hartgesottene…

 

 

Anfang als Schülerband

Die Musiker Sven Schumacher (Schlagzeug), Frank Mühlberger (Bass, Gesang) und Jörg Mühlberger (Gitarre) spielen zum ersten Mal in der Band „Halifax“ zusammen. Die Band formiert sich im Jahre 1985 als typische Schülerband. Musikalisch machen sie das, was sie schon als Jugendliche selbst gerne hören: Musik im Stile der 70er – vor allem von Deep Purple ­– und Eigenkompositionen, garniert mit Anleihen aus der klassischen Musik. Maßgebend für den Sound der Band ist vor allem Keyboarder Alf Schumacher mit seinem Hammondsound und klassisch geprägtem Background. Im Herbst ’85 stößt Barnie Hirschmann als Sänger dazu. Die Band tritt vor allem bei Schulveranstaltungen auf und erlangt in diesem Rahmen schon eine gewisse Bekanntheit – nicht zuletzt aufgrund ihres schon damals „antiquierten“ Songmaterials. Man bedenke, die Neue Deutsche Welle ist zu dieser Zeit gerade erst abgeklungen, im Rockbereich melden sich Bands wie Metallica lautstark zu Wort.

Im Sommer ’87 löst sich die Band auf. Der Grund: Vater Staat ruft nach Jörg Mühlberger, Sven und Alf Schumacher, die nach dem Abitur ihren Wehrdienst ableisten. Für Sven und Alf bleibt keine Zeit mehr fürs Musikmachen.

Halifax vor dem "Focus" (Jörg Mühlberger, Alf Schumacher, Frank Mühlberger, Sven Schumacher, Barnie Hirschmann)

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Die Geburt von Goblin’s Gold

Frank und Jörg Mühlberger gründen daraufhin im Frühjahr ’88 eine neue Band. Inspiriert von den Büchern Tolkins – „Der Herr der Ringe“ und vor allem „Der kleine Hobbit“ ­– entscheiden sie sich für den Bandnamen Goblin’s Gold. Musikalisch sind es nun eher die Rockbands der späten 80er, die ihre Spuren hinterlassen, erwähnt sei hier vor allem „Magnum“. Melodic-Rock wird auf die Fahnen geschrieben, man will weg vom etwas angestaubten Gitarre-Hammond-Gitarre-Hammond-Wechselspiel. Mit an Bord kommen Markus Abele als Drummer und Mario Zoppelletto an den Keyboards. Nachdem ein komplettes Set an Eigenkompositionen aufgestellt ist, folgen Auftritte in und um Schorndorf, unter anderem in der alten Manufaktur, hier zusammen mit der Band „Illusion Fades“.

Erstes Goblin's Gold Bandfoto: Jörg Mühlberger, Markus Abele, Frank Mühlberger, Mario Zoppelletto

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Erster Besetzungswechsel: Rubow für Abele

Bald zeigt sich jedoch, dass die musikalischen Ansprüche zu verschieden sind, man will sich weiterentwickeln, für Markus Abele wird der Zeitaufwand zu groß. Als Ersatz kommt im Sommer ’89 Oli Rubow, der die Musik vor allem mit Funk- und Fusion-Elementen ergänzt. Die Musik wird vielschichtiger, von Blues über Soul bis hin zu klavierbetonten Balladen reicht das Spektrum, mit dem Goblin’s Gold vor allem auf größeren Veranstaltungen wie dem „Lauter Open-Air“ in Donzdorf überzeugen können. Es folgen Demoaufnahmen, aber auch viele größere und kleinere Auftritte.

Im Sommer ’91 will man den Sound der Band durch eine Sängerin noch erweitern, so übernimmt Nicole Apel das Lead-Mikrofon von Frank Mühlberger.

"Railwayline": Cover des ersten Demotapes mit Oli Rubow (ganz links)

 

 

Goblin's Gold im Herbst 91 und...                                            …live im Sommer 92.

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Mit Sven Schumacher back to the roots

Dies sollte allerdings ein kurzes Gastspiel bleiben, denn als im Winter ’91 Oli Rubow die Band verlässt, erinnert man sich an einen alten Weggefährten: Mit Sven Schumacher am Schlagzeug will man „back to the roots“, die Musik wird wieder erdiger, rockiger. Vor allem Mario Zoppelletto an den Keyboards muß nun immer häufiger zum Hammondsound wechseln. Die Stimme von Nicole passt nun nicht mehr zur Musik. Frank Mühlberger darf wieder selbst singen.

Es folgt eine Zeit mit vielen Aktivitäten: Im Frühjahr 1992 steht die Aufnahme eines neuen Demotapes an. Man mietet für 2 Wochen das Keller-(Heim-)Studio eines Studienkollegen und nimmt eine Kassette auf, die dem Sound der Band gerecht wird. Dieses Band öffnet die Türen zu vielen Auftritten, sowohl im Rems-Murr-Kreis als auch außerhalb der Region. Neben Auftritten in der (alten) Manufaktur, dem Sonnenkeller in Waiblingen, KKF in Schwäbisch Gmünd und in der Schulturnhalle in Winterbach im Vorprogramm von Mitch Ryder (um nur einige zu nennen) sollten vor allem zwei größere Gigs Erwähnung finden: Das Nachwuchsfestival „Rockaction II“ in der Böblinger Sporthalle (9/94) und der Wettbewerb „Der beste Song“ in der neuen Manufaktur (3/94). Beide Auftritte schaffen die Möglichkeit sich einem größeren Publikum zu präsentieren, sie zeigen aber auch, dass man musikalisch sowohl beim Publikum als auch bei Musikkritikern Gefallen findet.

Erstes und bislang einziges Fotoshooting in einem professionellen Studio: Die Band mit Sven Schumacher (ganz links). Foto: Birgit Raab.

                    

"Zuhause" in der neuen Manufaktur beim Wettbewerb "Der beste Song".     Traumhafte Bühne in der Böblinger Sporthalle: Der Wettbewerb "Rockaction II".

 

Im Herbst schließlich wagt die Band ein Experiment und spielt auf dem Flohmarkt in Plüderhausen vor dem Café Caré. Dieser Auftritt soll nur der Anfang einer Serie sein, die in den folgenden zwei Jahren fortgesetzt wird. Für die Band werden diese Auftritte zu einem Riesenspaß, man spielt als Werbeträger für die eigene Sache den ganzen Tag vor wechselndem Publikum und zieht so auch den einen oder anderen Folgegig an Land.

  

Flohmarkt Plüderhausen vor dem Caré: 1994...                       ...1995...                                              ...und 1996.

 

Leider gelingt es der Band nicht, aus den Achtungserfolgen Kapital zu schlagen, es fehlt ein straffes Management, das Auftritte organisiert oder Kontakte zur Presse knüpft. So kann man sagen, dass das Jahr 1994 zwar eine Menge Auftritte, vor allem auch vor größerem Publikum, letztendlich aber nicht den großen überregionalen Durchbruch bringt. Zur Bestandsaufnahme und zur Definition neuer Ziele zieht sich die Band im November 1994 an den Lago Maggiore zurück, um dort ein neues Konzept für die weitere Vorgehensweise zu erarbeiten. Dabei wird schnell klar, dass die Musik weiterhin ein Hobby bleiben soll. Man einigt sich auf folgende Eckpunkte, über die das gemeinsame Musikmachen definiert wird: Die Band soll als Möglichkeit zur Verwirklichung eigener musikalischer Ideen dienen, Kompromisse in der Songauswahl, um damit ein größeres Publikum zu befriedigen, werden nicht gewünscht, die Treue zum eigenen Geschmack wird zum höchsten Wert erhoben. Auftritte sollen einerseits diesen Gedanken nach außen transportieren, andererseits Spaß machen und als Motivation für den wöchentlichen Probenalltag dienen. Finanziell werden keine hohen Erwartungen gestellt, die Gagen dienen zur Deckung der Unkosten, der Rest fließt in eine Bandkasse und wird zur Finanzierung neuer Projekte genutzt.

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Die erste eigene CD:

Cover der CD "Have a little nightmare (Design: Markus Abele)

 

Schnell wird klar, dass eines dieser Projekte eine CD werden muss, schließlich ist das letzte Demotape schon zweieinhalb Jahre alt und repräsentiert bei weitem nicht mehr den musikalischen Stand. Warum also nicht gleich eine CD, überlegt man und beginnt mit der Planung. So entsteht im Frühjahr 1995 in der „Klangschmiede“ in Crailsheim die erste Goblin’s Gold CD. Um Kosten zu sparen entscheidet man sich für eine Maxi-CD mit nur fünf Titeln und begrenzt die Studiozeit auf eine Woche. Trotz vieler Kompromisse wird die CD ein Erfolg, wie Kritiken in der Tagespresse oder schlicht die Verkaufszahlen beweisen. Schließlich bietet der Silberling die Möglichkeit, sich standesgemäß zu repräsentieren und sich für Auftritte zu bewerben. Präsentiert wird die CD dann in Plüderhausen. In Zusammenarbeit mit dem Café Caré und der Volksbank Schorndorf feiert die Band mit vielen geladenen Gästen ein rauschendes Fest auf dem Parkplatz des Carés. Es folgen eine Reihe von Auftritten, bei denen die Band ihre Bühnenerfahrung weiter ausbauen kann. Gleichzeitig kristallisiert sich langsam aber sicher das typische Publikum heraus: 30- bis 40jährige sind es nun, bei denen Goblin’s Gold vor allem mit ihren ausgefeilten und über die Jahre gereiften Eigenkompositionen punkten können. Selbstverständlich fehlen auch typische Renner wie „Radar Love“ oder „Black Night“ nicht im Repertoire und bringen bei vielen Veranstaltungen die Menge zum Kochen.

"Über den Dächern von Plüderhausen": CD-Präsentation im Sommer 95.

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Ermüdungserscheinungen und Keyboarderwechsel

Der allmähliche Wechsel von einer „Studentenband“ zu einer Band aus Berufstätigen stellt die Band erneut auf eine große Probe. Die wöchentliche Probe wird mehr und mehr zu einer Pflichtveranstaltung, die inzwischen knapp gewordene Freizeit scheint manch einem zu wertvoll, um sie in einem dunklen, feuchten Keller mit Musik und Bier zu verbringen. Darunter leidet die Kreativität. Die Motivation, der Verbreitung handgemachter Musik zu frönen, sinkt gegen Null. Dazu kommt ein offensichtlicher Wechsel im Publikumsgeschmack: Gab es früher großes Interesse an Liveveranstaltungen jeglicher Art, so scheint nun der Trend hin zu Konservenmusik und Großevents zu gehen. Die Folge: Typische Livekneipen wie das „Insider“ in Winterbach schließen, die verbleibenden Lokalitäten werden von Bands geradezu überschwemmt.

Als erster zieht Mario Zoppelletto die Konsequenzen: Er verlässt die Band schweren Herzens zum Jahreswechsel 1996 /97 , bietet beim Neujahrsrock in der Auerbachhalle in Urbach jedoch einen fulminanten Ausstand. Als langjähriges Mitglied bleibt er bis heute ein enger Freund der Band.

Die restlichen Musiker finden in Uwe Frey aus Heubach einen mehr als gleichwertigen Ersatz. Seine musikalischen Sporen verdiente er bei „Hannibal & Friends“, der bekannten Ostalb-Band, danach fristete er sein Musikerdasein als zweiter Keyboarder bei der Ellwanger Formation „Funky goes to Helgoland“. Als Goblin’s Gold ihre Fühler ausstrecken, ist er  –musikalisch gerade solo – nicht abgeneigt und zieht bald darauf mit seinen Keyboards in den Proberaum in der alten Hutfabrik in Schorndorf ein.

 

Jazzclub "Armer Konrad", Frühjahr 98                              "Rock in den Mai" in der Urbacher Auerbachhalle. Ganz links: Uwe Frey.

 

Im Wesentlichen wird mit Uwe das alte Material beibehalten, einer Frischzellenkur (vor allem soundtechnisch) unterzogen und mit einigen interessanten Interpretationen bekannter Rock- und Popklassiker gewürzt. Am 30. April 1997 zeigt sich die Band musikalisch frisch renoviert einem begeisterten Publikum beim „Rock in den Mai“ in der Auerbachhalle. Es folgen weitere Veranstaltungen, vor alle im privaten Umfeld der Band. Nach einem Konzert im Jazzclub „Armer Konrad“ in Beutelsbach nimmt sich die Band schließlich eine Auszeit und konzentrierte sich auf das nächste große Projekt: Die erste im eigenen Studio selbstproduzierte CD solle in Angriff genommen werden.

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Die Unvollendete:

Für das zweite große CD-Projekt wird viel Zeit und Geld investiert: Man schafft zwei 8-Spur Harddiskrecorder an, die im Zusammenspiel mit dem schon vorhandenen Equipment (semi-)professionelle Ergebnisse ermöglichen sollen. Ein Jahr wird veranschlagt, schließlich gilt es, im Umgang mit der neuen Technik noch Erfahrungen zu sammeln. Auf Liveauftritte will man in diesem Zeitraum ganz verzichten – so verschwinden Goblin’s Gold für lange Zeit in der Versenkung.

Im Herbst 1998 ist man mit den Vorbereitungen soweit, dass mit den Aufnahmen begonnen werden kann. Unterschiedliche Meinungen, wie die einzelnen Instrumente klingen sollen, polarisieren die Band in Uwe auf der einen und den Rest der Band auf der anderen Seite und verbrauchen viel Zeit und Energie in der Kompromissfindung. Die Backings bestehend aus Schlagzeug, Bass und Gitarre sind dann relativ zügig eingespielt, allein technisches (und menschliches) Versagen werfen die Band immer wieder zurück. Das Projekt gerät ins Stocken. Schließlich scheint ein weiterer Schicksalsschlag das Ende der Band zu besiegeln: Zum Frühjahr 1999 wird der Proberaum, das jahrelange Refugium der Band, 1997 noch frisch renoviert, gekündigt.

Nachdem der erste Schock überwunden ist, beginnen sich Alternativen abzuzeichnen: Im Nachbargebäude gibt es eine leerstehende Halle, die parzellenweise an Bands vermietet werden soll. Einziger Nachteil: Die Räumen selbst müssen in Eigenarbeit und auf eigene Kosten errichtet werden.

Der gemeinsame Bau des neuen Proberaums fördert ungeahnte Fähigkeiten zutage...

 

So wird die Arbeit an der CD vorläufig auf Eis gelegt und nach mehrmonatiger Schufterei stellt die Band überrascht fest: „Sollten wir als Heimwerker erfolgreicher denn als Musiker sein?“

Als der neue Raum schließlich fertig ist, soll die Arbeit an der CD zügig fortgesetzt werden. Leider bestätigt sich, was schon zuvor von manchem befürchtet wurde: Uwe Frey wird die zeitliche Belastung zu groß, auch musikalisch kann er sich nicht mehr mit der Band identifizieren. Was folgt, ist eine lange Leidensgeschichte aus abgesagten Proben, schlechten Einspielungen und technischen Unzulänglichkeiten, die aus einer laufend modifizierten Keyboardanlage resultieren.

Als Uwe im Oktober 2000 seine „Kündigung“ einreicht, ist der Rest der Band sichtlich erleichtert. Zu nervenaufreibend war der Schwebezustand der letzten Monate. Die CD wird entgültig begraben. Zwei Jahre Arbeit sind endgültig für die Katz.

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Neuanfang als Trio:

Die folgende Suche nach einem neuen Keyboarder erweist sich schwieriger als anfangs geglaubt. Namen werden genannt und wieder verworfen, Telefongespräche geführt, Proben vereinbart und wieder abgesagt. Es scheint schwierig, jemanden zu finden, der sowohl menschlich als auch musikalisch die Lücke im Bandgefüge zu schließen vermag. Im Frühjahr 2001 steht der Entschluss fest: Weitermachen als Trio, testweise. Die Alternative wagt niemand auszusprechen: Auflösung der Band.

Nachdem erste Gehversuche erfolgsversprechend erscheinen, sind die Ziele für das weitere Vorgehen schnell abgesteckt: Erarbeiten neuen Materials (vor allem Coversongs), Aufnahme einer Demo-CD und schließlich endlich wieder Livegigs. Mit eiserner Disziplin und neuer Motivation wird mehrmals wöchentlich gearbeitet, im Herbst 2001 schließlich liegt sie auf dem Tisch: Die erste selbstproduzierte CD, und die Erwartungen sind weit übertroffen. In einer kleinen, privaten Präsentation im Proberaum wird die Scheibe vorgestellt, nach dreieinhalb Jahren spielen Goblin’s Gold wieder live vor Publikum. Der Motivationsschub ist enorm. Um der Sache schließlich die Krone aufzusetzen, greift Alf Schumacher, Keyboarder aus Halifaxzeiten bei einigen Songs in die Tasten, und jedem wird klar: Ganz ohne Keyboarder geht’s wohl doch nicht!

Foto-Kunst von der neuen CD (Artwork: Jörg Mühlberger)

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Endlich wieder komplett

Dann geht es Schlag auf Schlag. Drei Auftritte in Schorndorf sind schnell organisiert. Und schließlich geschieht das Unglaubliche: Achim Haag meldet sich auf eine Anzeige hin als neuer Keyboarder, und schon nach der ersten Probe ist klar: Hier ist das fehlende Puzzlestück, Goblin’s Gold sind wieder komplett und machen das, was sie eigentlich schon immer am besten konnten: Rockmusik im Stil der 70er – vor allem von Deep Purple – und Eigenkompositionen, die all das wiederspiegeln, was die Band im Laufe ihrer 14jährigen Geschichte erlebt hat. Der Kreis schließt sich. Keep on rockin’.

Das aktuelle Bandfoto aus 2002: Ganz rechts: Achim Haag. (Collage: Jörg Mühlberger)

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